Chronik

 


Über 40 Jahre

Jugend- und Gemeinschaftsheim Eekbrook Kiel-Holtenau e. V.



Am 5. Dezember 1972 wurde der Verein

„Jugend- und Gemeinschaftsheim Eekbrook, Kiel Holtenau e.V.“ gegründet.

Er übernahm die Verantwortung für ein städtisches Grundstück.


Warum kam des zu dieser Vereinsgründung?

Schauen wir mal bis zum Ende des Weltkrieg II zurück.


Auf diesem Grundstück, südlich vom Flughafen Holtenau, in der Straße Eekbrook stand damals ein Holzhaus (eine Baracke).

(Eekbrook = Eichenbruch; eine alte Holtenauer Flurbezeichnung, ein Weideweg der Holtenauer Bauern zum Voßbrooker Wald - ein Weidewald).


Verantwortlich dafür war der Kreisverband Kiel der Kleingärtner e. V. .


Anfangs diente sie den Flüchtlingen und Vertriebenen als Notunterkunft und später auch als Klassenraum der Holtenauer Volksschule. Nach Kriegsende war die Wohnungsnot groß und es gab nur wenige Klassenräume für die  mehr als 1.000 Schüler/-innen in Holtenau.

Die Grundschule Holtenau hat heute 2012: 146 Schüler/-innen in 8 Klassen.


Unter Andreas Gayk (Foto rechts),

dem Kieler Oberbürgermeister (1946-1954),

übernahm der Kreisverband der Kieler SPD das Grundstück mit Gebäude,

nachdem es am 31. Oktober 1954 aus dem Selbstverwaltungsvertrag

der Kleingärtner von der Stadt herausgenommen worden war.

Ein Pachtvertrag zwischen der Landeshauptstadt Kiel und

dem SPD Kreisverband Kiel regelte die Einzelheiten.


Nun trafen sich hier die Mitglieder des SPD Ortsvereins Holtenau,

sowie der „Falken“ die Jugendorganisation der SPD,

die Arbeiterwohlfahrt, der Reichsbundes (heute: SoVD

Sozialverband Deutschland), die Holtenauer Briefmarkenfreunde und

andere Vereine sowie unzähligen Bürgerinnen und Bürgern zu

privaten Anlässen. Es war also ein Ort für Versammlungen und

auch für Frohsinn, heute würde man Bürgerhaus dazu sagen.



Die lange verschollen geglaubte Traditionsfahne der SPD Holtenau - Schusterkrug von 1924  wurde hier wiedergefunden und gelagert.















   Die Fahne nach der Restaurierung im Jahr 2003in neuem Glanz, allerdings ohne Fahnenstock.


Auf Antrag des SPD Ortsvereins Holtenau erklärte sich der der Kreisvorstand der SPD Kiel 1970 bereit das Jugendheim den Holtenauer Genossen/-innen zu überlassen, denn von der Stadt wurde ein Anschluss des Grundstücks an die städtische Abwasseranlage gefordert. Das konnte oder wollte die Kreispartei nicht finanzieren. Ab 1. Januar 1971 wurde das bestehende Pachtverhältnis vom SPD Ortsverein Kiel-Holtenau unter dem Vorsitzenden Dr. Adolf Wittkowski übernommen. Aber auch hier war das Geld knapp. Es wurde nach einer Lösung gesucht. Die hieß Gründung eines eingetragenen Vereins.


Im SPD Ortsverein Holtenau herrschte eine positive Grundstimmung vor.

Vielleicht auch verursacht von den Ereignissen des Jahres 1972:


Die XX. Olympischen Sommerspiele in München; 7 x Gold für  Mark Spitz,

Gold für Ulrike Mayfarth im  Hochsprung und Heide Rosendahl im Weitsprung;

Segelwettbewerbe in Kiel-Schilksee mit Otto Schlenzka (Organisator) und Willi Kuhweide (Segler). Umfangreiche Baumaßnahmen in Kiel wie: Hochbrücke, Fördestraße und Kontrollturm der Marineflieger auf dem Oberland.


Fußball Europameister wird Bundesrepublik Deutschland : Sowjetunion 3:0

mit Sepp Maier, Schwarzenbeck, Wimmer, Netzer, Beckenbauer, Heynckes und Gerd Müller.


Bei den vorgezogenen Bundestagswahlen am 19. November gelingt der SPD unter Willi Brandt mit knapp 46 % der Stimmen der größte Wahlsieg ihrer Geschichte.


91,2% der wahlberechtigten Kieler gehen zur Wahl und bescheren Norbert Gansel  einen grandiosen Wahlsieg.


Also versammelten sich im Dezember 1972 mehrere Personen hier im Heim und gründeten einen Verein, wie die Deutschen das gerne tun.


Die Gründungsmitgliedern waren:

Peter Albertsen, Malerpolier

Adolf Brüggmann, Schmied i. R.

Karl Behrend, Schiffsführer i. R.

Rudolf Drews, Installateurmeister i. R.

Erhard Hedrich, Magistratsdirektor

Horst Henkel, Heizungsbaumeister

Werner Holm, Bauingenieur

Margarethe Prüß, Hausfrau

Emil Schneider, Maurerpolier i. R.

Dieter Weidel, Kraftfahrer

Dr. Adolf Wittkowski,

Diplom-Auslandswissenschaftler

Paul Zöllkau, Verwaltungsangestellter



Auf dem Foto sehen Sie Karl Behrend (Mitte) und Dr. Adolf Wittkowski (rechts)  bei einer Feier.


Es tauchen aber noch zwei weitere Namen auf, nämlich Reinhold Stein als Vertreter der Arbeiterwohlfahrt und Hermann-Claudius von Samson-Himmelstjerna, der dem Verein als Schriftführer zur Verfügung stand. Alle waren Mitglieder der SPD.


Deshalb wird das Jugend- und Gemeinschaftsheim Eekbrook auch heute noch

im Volksmund liebevoll

SPD-Heim“

genannt.


Den Vorsitz übernahm Paul Zöllkau, der das Amt 25 Jahre inne hatte.


Mit Aufbruchstimmung und viel ehrenamtlichen Einsatz wurden in den 70er und 80er Jahren  umfangreiche Sanierungs- und Erweiterungsarbeiten durchgeführt um das Heim den zeitgemäßen Anforderungen anzupassen, denn der Verein hat sich Erbaurechtsvertrag mit der Landeshauptstadt Kiel vom 22. November 1976 unter anderem verpflichtet:

„das Bauwerk und die Anlagen stets in einem guten baulichen Zustand zu erhalten“


Die Heimverwaltung lag über viele Jahre  in den Händen von Karl Behrend und Margarete Prüß sowie bei Gerda und Hermann Doose.


Die Anzahl der Vermietungen im Jahr stieg teilweise auf über  180 Stck./Jahr an, also jeden 2. Tag eine. Das war nicht nur eine Herausforderung für die Heimverwalter sondern auch eine große Belastung für die „neuen“ Anwohner. Es hatten sich 8 Familien in direkter Nachbarschaft zum Heim auf Brachland angesiedelt. Die von den Mietern und Gästen ausgehenden Emissionen konnten sie manchmal nicht mehr hinnehmen. Es gab zahlreiche Lärmbeschwerden, und Klagen, die heute allerdings größtenteils beigelegt sind.


1997 übernahm Jürgen Bruhn, Beamter den Vorsitz.


Ab Ende der 90er Jahre gehen die Vermietungen ständig zurück.

Die Belastungen für die Anwohner nehmen ab.


2003 übernahmen Jessica und Andreas Gadow die Heimverwaltung.

Sie waren kontinuierlich bemüht, dem Heim ihren Stempel aufzudrücken und damit althergebrachtes mit neuen Ideen zu bereichern.


2007 wechselte die Heimverwaltung zu Marion und Hans-Hermann Sieg.

Die Vermietungen gehen dramatisch zurück.

30 Stck./Jahr decken nicht mehr die Kosten und gefährden damit den Verein und den Erhalt des Gebäudes.


Im August 2008 übernahm Bernd Vogelsang, Soldat a. D. den Vorsitz.

Mit Erfolg versucht er den Verein wieder attraktiv zu machen und die Finanzen zu konsolidieren. Die Vermietungen nehmen wieder zu.


Februar 2009 wechselte die Heimverwaltung erneut.

Helga und Willi Siepmann sorgten sich nun um die Terminvergabe und Sauberkeit.


Im Sommer 2010 wurde eine neue Küche eigebaut. Sie verfügt jetzt über Kalt- und Warmwasser, Gasherd, Kühl-Gefrier-Kombination, Geschirrspüler und Mikrowelle sowie umfangreiche Abstell- und Aufbewahrungsflächen.

Es werden knapp 60 Vermietungen gezählt.

Von den regelmäßigen Nutzern ist nur noch der SoVD übergeblieben.


Ab 2012 wird die Heimverwaltung vom Vorstand ausgeübt.


Im Mai 2014 wurde das Dach des Gebäudes saniert und abgedichtet.























Kurt Rosenbaum, stellvertretender Vorsitzender; Bernd Vogelsang, Vorsitzender;

Bernd Zöllkau, Kassenwart (von links)

Wir schauen erwartungsfroh in die Zukunft unseres „SPD-Heimes“.

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